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22/03/2017| Antibiotika-Resistenzen werden ein immer größeres Problem.

 

Immer öfter gibt es gegen Bakterien kein einziges wirksames Medikament mehr. Gefährliche Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu. Dementsprechend bezeichnet die UNO sie als die "größte Gefahr für die moderne Medizin". Experten führen bis zu 25.000 Todesfälle in Europa jährlich auf Resistenzen zurück.

 

 

Der Anteil von Patienten mit dem Atemwegs-Keim Klebsiella pneumoniae, denen auch Reserve-Antibiotika wie die Carbapeneme nicht halfen, ist in Europa innerhalb vier Jahren von 6,2 auf 8,1 Prozent gewachsen, berichtet das Europäische Präventionszentrum ECDC. Das bedeutet, dass von 100 Patienten acht praktisch nicht mehr behandelbar sind. Im Jahr 2015 waren europaweit rund 9.100 Patienten betroffen. Sie sind zwar nicht in jedem Fall dem Tod geweiht, doch steigt das Risiko, und Ärzte haben praktisch keine Optionen zur Behandlung. Noch sind dies nach den Daten des ECDC seltene Extremfälle. Doch waren 2015 bereits mehr als ein Drittel der untersuchten Klebsiella-pneumoniae-Keime gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Das heißt, dass Ärzte zumindest Alternativen suchen mussten.

Einen ähnlichen Trend meldet das ECDC für das Bakterium Escherichia coli, einen der häufigsten Verursacher von über die Blutbahn verbreiteten Infektionen. Es gibt eine erhebliche Zunahme von Fällen, in denen das Bakterium gegen einzelne oder auch gegen eine Kombination von modernen Antibiotika resistent sei.

Ein Grund für die Resistenzen ist der falsche Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier: Sie werden zu häufig verordnet oder nicht richtig eingenommen. Bakterien können sich in der Folge so anpassen, dass ihnen die Wirkstoffe nichts mehr anhaben. Sind sie gegen mehrere oder alle antibakteriellen Medikamente gewappnet, kann es für Patienten gefährlich werden. Weitere Gründe für die Zunahme von Resistenzen sind ungenügende Desinfektionsmaßnahmen in Krankenhäusern und fehlende Maßnahmen zur Infektionsprävention. Dazu kommt, dass es zu wenige Neuentwicklungen bei Antibiotika gibt.

In Europa laufen seit Jahren Kampagnen, um die Ausbreitung resistenter Keime einzudämmen. Gegenmaßnahmen setzen auf verschiedenen Ebenen an. Antibiotika sollten nur verschrieben und genommen werden, wenn es nötig ist. Krankenhäuser müssten streng auf Hygiene achten und Patienten mit resistenten Keimen von anderen Kranken abschirmen.

Dass entsprechende Maßnahmen Erfolg haben können, zeigt die Situation bei den seit Jahren mit großer Sorge betrachteten MRSA-Erregern, resistenten Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus: Sie wurden 2015 europaweit deutlich seltener festgestellt als noch 2012. Viele Länder haben dagegen gezielt Maßnahmen ergriffen und Erfolg gehabt. Das zeigt, dass es möglich ist, einen solchen Trend nicht nur zu stoppen, sondern umzukehren. Laut ECDC besteht daher überhaupt kein Anlass zu verzweifeln.

Bild-Credit: APA (dpa)

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