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08/11/2017| Durch Abhärten gesund durch Herbst und Winter kommen

Im Herbst und Winter sind viele Menschen anfällig für grippale Infekte. Die Naturmedizin schwört schon lange auf das Prinzip der Abhärtung, aber auch neuere Untersuchungen belegen: Der gezielte Einsatz von physikalischen Reizen kann das Immunsystem trainieren und stärken.

Das menschliche Immunsystem ist sehr komplex. Ein wichtiger Bestandteil sind die Lymphozyten, eine Gruppe der weißen Blutkörperchen. Sie sind maßgeblich an der Abwehr von Viren und Bakterien beteiligt. Damit sie möglichst effektiv ihre Arbeit verrichten können, müssen sie dorthin transportiert werden, wo Krankheitserreger in den Körper eindringen, etwa in die Schleimhäute. Darauf können regelmäßige Saunagänge Einfluss nehmen - über Umwege.

Finnische Forscher haben herausgefunden, dass Saunieren zu einer erhöhten Lebenserwartung führt - wenn nach dem Saunagang ein Kaltbad folgt. Denn die starken Temperaturschwankungen regen das Herz-Kreislaufsystem an und wirken ähnlich wie ein leichtes sportliches Training. Das hat auch Auswirkungen auf die Infektanfälligkeit. Denn durch die verbesserte Durchblutung werden auch mehr Lymphozyten in die Schleimhäute transportiert und mehr Abwehrstoffe produziert. Dadurch können Viren direkt abgewehrt werden. Außerdem kann der Körper bei guter Durchblutung besser auf einen Mangel an Abwehrzellen in den Schleimhäuten reagieren.

Warm-Kalt-Reize wie beim Saunagang verbessern langfristig auch die Thermoregulation des Körpers. Je besser die Thermoregulation, umso besser kann der Körper mit kalten Temperaturen umgehen. Man friert dann nicht so schnell. Wichtig ist beim Saunieren aber die Regelmäßigkeit. Denn der Körper passt sich nur durch wiederholte und langfristige Maßnahmen an. Wichtig ist auch, sich nur in gesundem Zustand abzuhärten. Außerdem sollte man es nicht übertreiben, sondern langsam anfangen und auch langsam steigern.

Bei täglichen kalten Duschen dagegen konnten niederländische Forscher keine Effekte auf die Immunabwehr feststellen. Tägliches kaltes Abduschen ist aber zumindest für die Gefäße in den Beinen gut und fördert die Venen- und Arterienfunktion - ebenso wie Kneipp-Kuren.

Wissenschaftlich am besten nachgewiesen ist die Wirkung von Sport auf die Infektabwehr. Regelmäßiges moderates Training stärkt das Immunsystem. Allerdings ist auch hier die Regelmäßigkeit wichtig, denn einen Effekt spürt man frühestens nach vier bis sechs Wochen. Am besten ist es dabei, das ganze Jahr über aktiv zu sein, und auch im Winter kann man im Freien trainieren. Allerdings sollte man sich längere Aufwärmphasen gönnen und die Beine warm halten. Sonst droht Verletzungsgefahr. In kurzer Hose bei Eiseskälte zu joggen, ist keine sinnvolle Abhärtungsmethode, sondern riskant für die Sehnen. Menschen über 40 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen am Herzen sollten Sport oder Saunagänge vorher mit einem Arzt besprechen.

Bild-Credit: APA (dpa)

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