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08/09/2016| Harnwegsinfekte lassen sich gut behandeln.

Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und ungewöhnlich häufiger Harndrang mit nur geringen Urinmengen - das sind die häufigsten Symptome einer akuten Harnwegsinfektion. Solange nur die Harnröhre und die Blase betroffen sind, ist eine solche Entzündung für gesunde Menschen nicht gefährlich. Damit sie nicht dramatischer wird, sollten aber auch unkomplizierte Fälle behandelt werden.

 

 

Harnröhren- und Blaseninfektionen können in jedem Lebensalter auftreten. Allerdings sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Das liegt vor allem daran, dass Frauen eine kürzere Harnröhre haben. So gelangen körpereigene Bakterien aus dem Darm sehr schnell in das Harnwegssystem. Darmbakterien sind mit Abstand die häufigsten Auslöser von Harnwegsinfektionen. Seltener sind Viren, Pilze oder Bakterien, die über die Blutbahn die Harnwege erreichen.

Neben dem Geschlecht gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren. Einige Patienten haben eine genetische Veranlagung. Bei anderen ist der Harnabfluss entweder durch eine Funktionsstörung oder anatomische Ursachen erschwert. Im Restharn, der in der Blase zurückbleibt, können sich die Bakterien dann besonders gut vermehren. Ein höheres Infektionsrisiko haben auch schwangere Frauen und Patienten mit Vorerkrankungen wie einer Blasenoperation oder Nierensteinen. Solche Risikopatienten sollten bei Auftreten der Symptome immer sofort zum Hausarzt oder Urologen gehen.

In den meisten Fällen ist der Befund so eindeutig, dass keine weiteren diagnostischen Maßnahmen notwendig sind. Meist wird dann ein Antibiotikum verschrieben. In weniger klaren Fällen oder wenn jemand immer wieder unter Harnwegsinfektionen leidet, wird außerdem der Urin untersucht und eine Urinkultur angelegt. Auf diese Weise kann der Erreger genau bestimmt und gezielter therapiert werden.

Neben der Einnahme der verordneten Medikamente helfen oft auch einfache Dinge: Die meisten Patienten empfinden Wärme als angenehm. Die Wirkung ist zwar wissenschaftlich nicht erforscht, doch es spricht nichts gegen eine Wärmflasche oder ein warmes Bad. Auch krampflösende Mittel können die Beschwerden lindern.

Studien belegen außerdem, dass Preiselbeeren in einem gewissen Maße vor häufigen Infektionen schützen. Experten empfehlen, an fünf Tagen der Woche je zwei Gläser Preiselbeersaft zu trinken und dann zwei Tage Pause einzulegen. Auch pflanzliche Helfer wie Goldrutenkraut, Brennnessel- und Bärentraubenblätter können die Beschwerden lindern. Goldrute und Brennnessel wirken vor allem krampflösend und entzündungshemmend. Bärentraube wirkt zudem noch antibakteriell.

Wenn ein Baby eine Harnwegsinfektion bekommt, ist allerdings eine rasche Therapie mit Antibiotika nötig. Anderenfalls könnte sich unbemerkt eine Nierenbeckenentzündung entwickeln, die auch auf das Gewebe der Niere übergeht. Bilden sich dadurch später Narben im Nierengewebe, kann dies die Funktion des Organs verschlechtern.

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen empfiehlt es sich jedenfalls, über den Tag verteilt regelmäßig und ausreichend zu trinken. So werden die Bakterien schneller ausgespült. Für den Gang zur Toilette sollte immer ausreichend Zeit sein, sodass die Blase vollständig geleert wird.

Ein weiterer, wichtiger Tipp zur Vorbeugung: Nach dem Schwimmen sollten Frauen die Badesachen rasch ausziehen. Keime können sich im warmen, feuchten Milieu eines Badeanzugs vermehren und zu Infektionen führen. Abgeraten wird auch von bauchfreier Kleidung in der kälteren Jahreszeit. Diese kann zu einer Unterkühlung des Beckenbereichs und damit zu einer schlechteren Durchblutung der Harnwege führen. Das wiederum schwächt das Immunsystem, und Bakterien haben ein leichtes Spiel.

 

© APA (dpa/Gerten)

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