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05/10/2016| Verhütungsalternativen zur Pille.

Seit die Antibabypille vor mehr als 50 Jahren erstmals auf den Markt kam, hat sie sich in vielen Ländern der Welt zum beliebtesten Verhütungsmittel entwickelt. Doch nicht jede Frau verträgt die Pille, die je nach Ausführung die Hormone Östrogen und Gestagen (meistens Mikropille) oder nur Gestagen (Minipille) enthält. Anderen widerstrebt es, dauerhaft Hormone zu sich zu nehmen. Und Raucherinnen, Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko oder starkem Übergewicht sollten ohnehin besser die Finger von der Pille lassen.

Wollen Frauen nicht mit der Pille verhüten, sollten sie mit ihrem Frauenarzt die Alternativen besprechen. Neben dem eher unsicheren Kondom gibt es weitere Verhütungsmittel, die dann infrage kommen. "Ganz ohne Thromboserisiko ist die Kupferspirale, die den Vorteil hat, nur in der Gebärmutter zu wirken", erklärt der Gynäkologe Christian Albring. Die Spirale wird vom Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle eingesetzt und kann dort bis zu drei Jahre bleiben. Erst nach rund fünf Jahren ausgewechselt werden müssen Spiralen mit Kupfer-Gold-Legierung, die allerdings auch teurer sind.

Ebenfalls eine Alternative zur Pille sind Hormonspiralen. Sie enthalten nur Gestagene und haben Experten zufolge ein sehr geringes Thromboserisiko. Reine Gestagen-Präparate sind auch Hormonimplantate und die Dreimonatsspritze. Implantate werden am Oberarm unter die Haut gelegt und schützen bis zu drei Jahre vor einer Schwangerschaft.

Der Vorteil dieser Verhütungsmethoden liegt auch in ihrer Wirksamkeit. "Es ist überraschend, wie wenig die wirklich wirksamen Methoden angewandt werden", meint dazu Gynäkologe Christian Fiala. Die Pille und das Kondom sind nach wie vor die Verhüttungsmittel erster Wahl, wobei das als "mäßig wirksam" eingestufte Kondom mit einem Praktischen Pearl Index (bei typischem Gebrauch) von 10 bis 20 (das heißt in einem Jahr werden trotz Verwendung von Kondomen von 100 Frauen zehn bis 20 schwanger) an erster Stelle steht. Dahinter rangiert die "wirksame" Pille mit einem Praktischen Pearl Index von 8. Kupfer- und Hormonspirale, Dreimonatsspritze oder Implantat gelten dagegen mit einem Pearl Index unter 4 als "sehr wirksam".

©APA(OTS)

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