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09/02/2017| So kommen Frauen gut durch die Wechseljahre.

 

Es trifft nicht jede Frau, aber viele haben in den Wechseljahren mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen zu kämpfen. Abfinden müssen sie sich damit aber nicht.

In welchem Alter die Wechseljahre eintreten, ist ganz verschieden. Bei manchen Frauen beginnen sie schon um die 40 Jahre, bei anderen erst mit Mitte 50. Etwa ein Drittel aller Frauen hat kaum Beschwerden, ein Drittel mäßige. Aber das übrige Drittel hat einen echten Leidensdruck: Sie klagen vor allem über Hitzewallungen - Anfälle von Wärmeschüben, die minutenlang andauern können und häufig einen Schweißausbruch nach sich ziehen.

Ursache sind die hormonellen Regelkreise, die sich während der Wechseljahre verändern. Bei Hitzewallungen empfängt das Wärmezentrum im Gehirn den falschen Impuls, dass die Körpertemperatur zu hoch sei. Die Folge: Die Blutgefäße werden weit gestellt und die Schweißproduktion wird angetrieben. Beides soll die Körpertemperatur senken.

Die Wechseljahre bringen es auch mit sich, dass Frauen mit der Zeit eine trockene und leicht verletzliche Scheide bekommen. Damit verbunden sein kann auch eine Neigung zu Blaseninfektionen, weil die ohnehin dünne Hautschicht in der Harnröhre noch dünner wird. In den Wechseljahren können auch Reizbarkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auftreten.

Experten raten in diesem Zusammenhang zu gesunder Ernährung. Denn ab den Wechseljahren braucht der Körper weniger Energie - Frauen nehmen leichter zu. Besonders geeignet sind deshalb Lebensmittel mit geringem Energie-, aber hohem Nährstoffgehalt. Mit viel Gemüse, Obst, Seefisch und Vollkorn lässt sich gegensteuern. Alkohol und Kaffee können Hitzewallungen verstärken und sollten zumindest bei starken Beschwerden lieber gemieden werden.

Sport tut in den Wechseljahren ebenfalls gut, denn die Bewegung wirkt sich günstig auf Kreislauf, Psyche und Körpergefühl aus. Um Hitzewallungen zu vermeiden, sollten Frauen Aufregung und chronischem Stress möglichst aus dem Weg gehen. Gezielte Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training und Meditationstechniken können dazu beitragen, die innere Gelassenheit zu erhöhen. Bei akuten Hitzewallungen können auch ganz einfache Dinge wie ein Ventilator, das Öffnen der Fenster oder kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen helfen.

Bei wirklich starken Hitzewallungen oder psychischen Veränderungen wie Depressivität und Schlafstörungen hilft das aber möglicherweise nicht. In solchen Fällen sollten Frauen eine Hormonersatztherapie in Erwägung ziehen. Allerdings sollten keine hindernden Gründe wie zum Beispiel ein hormonabhängiger Tumor dagegen sprechen.

Gegen eine Hormonersatztherapie wird häufig ins Feld geführt, dass im Zuge der Behandlung das Brustkrebsrisiko leicht erhöht ist. Auch soll es vermehrt zu Schlaganfällen und Herzinfarkten kommen. Laut neuesten Studien betrifft das hohe Infarkt- und Schlaganfallrisiko vor allem Frauen, die schon vor der Therapie mit hohem Blutdruck oder Herzproblemen zu kämpfen hatten. Liegen solche Gesundheitsprobleme nicht vor und wird frühzeitig mit der Hormonersatztherapie begonnen, dann ist nach aktuellem Stand das Risiko von Herzinfarkten sogar reduziert. Ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko gibt es aber auch nach den neuesten Erkenntnissen in der Tat. Jede Frau sollte daher die Entscheidung für sich selbst treffen, sie kann die Hormonersatztherapie jederzeit wieder absetzen.

© APA (dpa)

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