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10/05/2017| Was man bei Wetterfühligkeit tun kann.

Erst Temperaturen von 20 Grad und mehr und dann wieder Werte im einstelligen Bereich - das kann dem Organismus ganz schön zu schaffen machen. Denn die ständigen Wetterwechsel bedeuten Schwerstarbeit für den Körper. Kein Wunder, dass rund 2,5 Millionen Österreicher angeben, unter Wetterfühligkeit zu leiden. Doch dagegen kann man aktiv etwas tun.

Bei empfindlichen Menschen dröhnt bei bestimmten Wetterlagen regelmäßig der Kopf, sie sind schlaff und abgeschlagen, der Kreislauf spielt verrückt, und es treten Übelkeit, Nervosität oder depressive Verstimmungen auf. Wetterfühligkeit ist keine Einbildung der Betroffenen, sondern mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Wetterreagierend sind grundsätzlich alle Menschen. Da nämlich der Körper seine Temperatur von 37 Grad aufrechterhalten will, muss er ständig auf die Temperatur der Umwelt reagieren. Davon bemerkt man normalerweise nichts, doch diese Regulationsmechanismen beeinflussen das Nerven- und das Hormonsystem.

Unter dem Begriff Wetterfühligkeit verstehen Fachleute das Phänomen, dass Menschen subjektive Beeinträchtigungen bemerken. Wetterfühligkeit ist aber keine eigenständige Krankheit wie Migräne. Stattdessen verstärken bestimmte Wetterlagen Beschwerden wie die Tendenz zu Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafproblemen und Gelenkschmerzen. Deshalb kann Wetterfühligkeit verstärkt nach Operationen bzw. im Zusammenhang mit Grundleiden wie Asthma, Diabetes, Herzkrankheiten oder Rheuma auftreten.

Den meisten Betroffenen machen vor allem Wetterumschwünge zu schaffen. Daher treten die Probleme häufig auch im Frühling und Herbst auf, wenn das Wetter innerhalb kurzer Zeit umschlägt. Besonders betroffen sind laut Forschung allerdings Menschen mit Übergewicht, solche, die kaum Sport und wenig Bewegung an der frischen Luft betreiben und die starkem Stress ausgesetzt sind. Weitere Risikofaktoren sind ein Übermaß an Nikotin-und Alkoholkonsum sowie Medikamenteneinnahme.

Dementsprechend sollte man alle Risikofaktoren möglichst meiden. Sehr wichtig ist - bei Vorbeugung ebenso wie Therapie von Wetterfühligkeit - den Körper abzuhärten, damit er bei Temperaturschwankungen nicht überfordert wird. In jeder freien Minute sollte man sich draußen aufhalten, egal bei welchem Wetter und bei welcher Temperatur. Einem zu wenig trainierten Körper fällt die Anpassung schwer, daher sollte man möglichst vielfältige therapeutische Reize setzen. Wetterfühlige können zum Beispiel Wechselduschen und Kneippgüsse anwenden oder in die Sauna gehen.

Da sich Stress nicht immer vermeiden lässt, ist es wichtig, für Entspannung zu sorgen, etwa mit warmen Bädern oder Entspannungsübungen wie Autogenem Training. Auch regelmäßige Ess- und Schlafgewohnheiten können helfen, um mit Wetterschwankungen besser klarzukommen. Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass sich der Körper an den Wechsel anpassen muss und dafür etwas Zeit braucht. An den kritischen Tagen sollte man vorsichtig mit sich umgehen und alles etwas langsamer angehen.

Bild-Credit: APA (dpa/gms/Jens Schierenbeck)

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