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01/10/2018| Was tun bei Halsweh während Schwangerschaft oder Stillzeit?

 Was tun bei Halsweh während Schwangerschaft oder Stillzeit?

Halsschmerzen gehören zu den typischen Erkältungssymptomen. Im Herbst und Winter haben solche grippalen Infekte wieder Hochsaison. Schwangere haben ein höheres Risiko für Infektionen und Halsschmerzen. Gleichzeitig müssen vor allem schwangere, aber auch stillende Frauen sparsam mit Medikamenten umgehen. Was also tun, wenn der Hals kratzt und schmerzt?

In der Regel sind Halsschmerzen - auch für das Baby - harmlos, aber lästig. Zur Linderung kann man zu Hausmitteln greifen, zum Beispiel Kamillentee oder Salbeitee. Mit den Tees sollte man aber nur gurgeln und sie nicht trinken. Denn beim Trinken von Kräutertees sollten Schwangere und Stillende vorsichtig sein. Viele Kräuter stimulieren nämlich in großer Menge die Gebärmutter. Dazu gehören unter anderem Fenchel, Kamille, Pfefferminze und Salbei. Salbei kann darüber hinaus die Milchbildung während der Stillzeit hemmen. Gänzlich unbedenklich ist dagegen das Gurgeln mit Salzwasser.

Ebenfalls unbedenklich sind zwei andere Hausmittel aus Omas Zeiten - Topfenwickel und Kartoffelwickel. Für den Topfenwickel streicht man zimmerwarmen Topfen ungefähr einen Zentimeter dick auf ein Baumwolltuch, schlägt die Ränder ein, legt die Unterseite des Tuches auf den Hals und spart dabei die Wirbelsäule aus. Das Ganze wird etwa mit einem Geschirrtuch möglichst eng umwickelt. Nach 20 bis 40 Minuten ist der Topfen eingetrocknet, und man sollte den Wickel abnehmen.

Für einen Kartoffelwickel kocht man zwei bis drei kleine Kartoffeln weich, breitet ein Baumwolltuch aus und legt Küchenpapier in die Mitte. Darauf legt man die heißen Kartoffeln, bedeckt sie mit Küchenpapier und schlägt das Tuch ein, so dass ein Päckchen entsteht. Dann zerdrückt man die Kartoffeln, bis das Päckchen etwa eineinhalb Zentimeter dick ist. Das Ganze lässt man etwas abkühlen. Die optimale Temperatur lässt sich am Handgelenk testen. Das Päckchen kommt dann mit der Unterseite auf den Hals und wird etwa mit einem Geschirrtuch befestigt. Den Wickel idealerweise eine Stunde einwirken lassen.

Natürlich können betroffene Frauen auch zu Lutschtabletten oder Sprays aus der Apotheke greifen. Die meisten dieser Mittel befeuchten die Schleimhaut und betäuben lokal den Rachenraum. Allerdings ist nicht jeder Wirkstoff während der Schwangerschaft oder der Stillzeit geeignet. Betroffene Frauen sollten sich deshalb in der Apotheke beraten lassen. Für Schwangere und Stillende sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Sprays, Lutschtabletten und Gurgellösung mit Benzydamin geeignet. Dieser Wirkstoff hat den Vorteil, dass er eine vierfache Wirkung hat. Benzydamin wirkt antiseptisch, entzündungshemmend, schmerzstillend und lokalanästhetisch - so werden Schluckbeschwerden rasch gelindert.

Wenn allerdings die Beschwerden zunehmen oder nach etwa einer Woche nicht besser werden, sollten betroffene Frauen aber zum Arzt gehen. Dann könnte zum Beispiel ein bakterieller Infekt dahinterstecken, der eventuell mit Antibiotika behandelt werden sollte. Wer eine eitrige Angina hat, dem helfen Lutschtabletten allein kaum noch.

 

Bildcredit: APA (dpa/Maurizio Gambarini)

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