Trockene Nase

Eine trockene Nasenschleimhaut („Trockene Nase“ = Rhinitis sicca) ist ein weitverbreitetes Problem, das zwar meist nur eine lästige und vorübergehende Erscheinung ist, aber gelegentlich auch schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann.

Die Funktion der Nasenschleimhaut
Die Nasenschleimhaut spielt eine wichtige Rolle bei der Atmung: sie befeuchtet und erwärmt die eingeatmete Luft und gewährleistet somit einen optimalen Transport der Atemluft in die Lunge und den nachfolgenden Gasaustausch in den Lungenbläschen.

Zusätzlich hat die Nasenschleimhaut aber auch eine wichtige Funktion in der Immunabwehr, da sie in direktem Kontakt mit der Umwelt steht und sich mit einer Vielzahl an eingeatmeten Partikeln auseinandersetzen muss.  Damit sie dies erfolgreich tun kann, muss die Schleimhaut stets mit einem dünnen Flüssigkeitsfilm bedeckt sein, der gewährleistet, dass die Nasenschleimhaut während des ständigen Luftstroms unserer Atmung nicht austrocknet. Becherzellen in der Nasenschleimhaut produzieren eine Schleim- und Feuchtigkeitsschicht aus Muzinen (Schleimstoffen), an der Partikel aus der Atemluft kleben bleiben können. Das Flimmerepithel (mit mikroskopisch kleinen Flimmerhärchen) der Nasenschleimhaut transportiert die Fremdstoffe durch andauernde Bewegung in den Rachenraum (mukoziliäre Clearance), wo sie dann verschluckt oder durch den Mund ausgespuckt werden können.
Ist die Nasenschleimhaut nicht ausreichend feucht, kann sie ihre physiologischen Funktionen nicht richtig ausführen.
Das Schleimhautgewebe bildet sich immer weiter zurück und Schleimdrüsen und Flimmerepithel sind in ihrer Funktion ebenfalls beeinträchtigt. Die dadurch eingeschränkte Abwehrfunktion führt zu einer gesteigerten Infektanfälligkeit, da sich auf der geschädigten Schleimhaut Viren und andere Krankheitserreger leichter vermehren können. Zusätzlich kann es zu Entzündungen und Geschwüren der Schleimhaut kommen und Riechstörungen können auftreten.

Ursachen von trockener Nasenschleimhaut
Häufige Ursachen für eine  trockene Nasenschleimhaut sind
  • beginnender Erkältungsschnupfen
  • trockene Raumluft (z.B. während der Heizperiode im Winter, in klimatisierten Räumen im Sommer, im Flugzeug)
  • Rauch- und Staubbelastung
  • häufiges Nasebohren

Menschen, die unter Allergien mit einer chronischen Schnupfensymptomatik leiden (allergische Rhinitis), klagen oft wochenlang über trockene Nasenschleimhäute.
Weitere Ursachen für eine trockene Nasenschleimhaut können Nebenwirkungen von Medikamenten sein (z.B. Cortison, Psychopharmaka, Sympathomimetika), vorangegangene Operationen an der Nase, sowie auch eine Strahlentherapie im Kopfbereich.
Ein weiterer Grund für eine trockene Nasenschleimhaut ist ein zu häufiger oder Dauergebrauch von abschwellenden Nasentropfen. Die darin enthaltenen Wirkstoffe verengen die Blutgefäße in der Schleimhaut, wodurch eine verstopfte Nase wieder frei wird und man wieder ungehindert atmen kann. Bei längerer Anwendung gewöhnen sich die Schleimhäute jedoch an die regelmäßige Dosis. Als Folge kommt es zu einem Rebound-Phänomen: Sobald die Wirkung der abschwellenden Nasentropfen nachlässt, werden die Schleimhäute besonders stark durchblutet und schwellen übermäßig an. Häufig greifen die betroffenen Patienten erneut zu den abschwellenden Nasentropfen und anstatt die Nase zu befreien, führt der dauerhafte Gebrauch so zu einem chronischen Schnupfen.  Die dauergereizten Nasenschleimhäute trocknen allmählich aus.

Beschwerden bei trockener Nasenschleimhaut
Die vom Patienten geäußerten Beschwerden im Anfangsstadium bestehen vor allem in Trockenheitsgefühl der Nase (bis hin zu Trockenheitsgefühl in Rachen und Mund), gefolgt von Juckreiz und vermehrter Krusten-, Schorf- und Borkenbildung. Hält die Nasentrockenheit über einen längeren Zeitraum an, kann es zur Behinderung der Nasenatmung, zu leichtem Brennen, zu kleineren Verletzungen und Rissen in den inneren Rändern der Nasenlöcher, zu Nasenbluten und zu leichten Riechstörungen kommen.

Behandlung
Nicht jede trockene Nasenschleimhaut bedarf einer ärztlichen Behandlung. Häufig reichen ein paar einfache Maßnahmen, um eine trockene Nase los zu werden.

  • Ausschalten aller möglichen schädigenden, exogenen Faktoren
Idealerweise sollen die Ursachen der trockenen Nasenschleimhaut einfach „ausgeschalten“ werden. Befeuchten sie z.B. in der kalten Jahreszeit die Raumluft -  die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst  zwischen 50 und 60% liegen. Feuchte Handtücher, mit Wasser gefüllte Schalen in der Nähe der Heizungen oder spezielle Luftbefeuchter können die Luftfeuchtigkeit steigern und Nasentrockenheit (auch Trockenheit der Haut und der Augen) vorbeugen. Auch häufiges Lüften verbessert die Luftqualität. Nicht nur von außen, sondern auch von innen ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Trockenheit der Nasenschleimhäute (und der Haut allgemein) kann man auch mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von mind. 2-3 Litern pro Tag entgegen wirken.

  • Mechanisches Lösen von Krusten und Borken
Um Krusten und Borken von der Nasenschleimhaut zu lösen, empfiehlt es sich die Nase mit einer Nasendusche auszuspülen oder aufsteigenden Wasserdampf zu inhalieren. Die Lösungen bzw. der Wasserdampf dringen bis in die Nebenhöhlen vor und spülen Reizstoffe und Keime von der Schleimhaut. Die Krusten werden aufgeweicht und  lösen sich leichter von der Nasenschleimhaut. Für das reine Lösen von Krusten ist Wasser ausreichend. Wenn man jedoch mit einer Meer- oder Kochsalzlösung spült oder den Dampf einer solchen Lösung inhaliert, sorgt das Salz in der Lösung auch für die Befeuchtung der Nasenschleimhäute.

  • Anfeuchtung der Nasenschleimhäute
Eine konsequente Feuchtpflege der Nase ist unbedingt nötig. Dazu bieten sich Nasenspülungen und –sprays mit Kochsalz-/Meersalzlösungen an – sie sorgen für eine Befeuchtung, müssen allerdings häufig angewendet werden, damit die Nasenschleimhaut nicht wieder austrocknet.  Auf physiologischer Ebene bilden Muzine eine feuchte Schleimschicht, die die Nasenschleimhaut feucht hält. Innovative Präparate beinhalten Hyaluronsäure, ein wichtiges Muzin, das zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut beiträgt – durch die Behandlung mit Hyaluronsäure kommt es somit zu einer Anfeuchtung der Nasenschleimhaut mit einer Substanz, die auch physiologisch diese Rolle übernimmt.

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