Bakterielle Vaginose

 

 

 

 

Eine der häufigsten Ursachen der bakteriellen Vaginose ist die Medikamenteneinnahme wie z.B. eine Therapie mit Antibiotika. Antibiotika beeinflussen häufig auch die Vaginalflora und können eine bakterielle Vaginose oder einen Scheidenpilz verursachen.

Wie im Mund oder auch im Darm gibt es in der Scheide Bakterien, die zur Aufrechterhaltung eines gesunden, natürlichen Scheidenmilieus beitragen. Diese natürlich vorkommenden Laktobazillen produzieren Milchsäure, die ihr eigenes Wachstum begünstigt und jenes von schädlichen pathogenen Keimen verhindert bzw. hemmt: Die Laktobazillen schaffen sich mit der Produktion der Milchsäure einen sauren pH-Wert, den sie zum Überleben benötigen, in dem aber das Wachstum von schädlichen Keimen nicht möglich ist.

Wie entsteht eine bakterielle Vaginose?
Kommt es zu einer Störung des gesunden sauren Milieus und steigt der pH-Wert in der Scheide an, haben pathogene Keime die Chance zu wachsen, während die gesunde Laktobazillenflora verdrängt wird. Es kommt zu einer Fehlbesiedlung durch pathogene Keime und es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da Bakterien oder Pilze ein Vaginalmileu vorfinden, in dem sie wachsen können.


Zu den häufigsten Ursachen einer bakteriellen Vaginose zählen:

- ein geschwächtes Immunsystem

- eine vorausgegangene medikamentöse Antibiotika-Therapie

- eine übertriebene oder falsche Intimhygiene

- Geschlechtsverkehr ohne Kondom

- Sauna-, Bad- und Thermenbesuche

- Hormonschwankungen (Schwangerschaft, Wechseljahre, Menstruation)

- Verwendung von hormonellen Kontrazeptiva (veränderter Hormonhaushalt)


Was sind die Symptome und Folgen bakterieller Vaginose?
Häufig bleibt eine bakterielle Vaginose symptomfrei: ca. 50% der Patientinnen sind beschwerdefrei.

Zu den beobachteten Symptomen zählen:

- Missempfinden der Patientin durch ein Nässegefühl – es kommt zu vermehrtem Ausfluss

- der Ausfluss ist übel riechend, auffallend dünnflüssig und weißlich-grau

- besonders nach dem Geschlechtsverkehr ist der üble Geruch verstärkt (durch das alkalische Sekret der Prostata)

Jucken, Brennen oder Schmerzen gehören nicht zum Bild der bakteriellen Vaginose und deuten schon auf eine vaginale Entzündung 

 

 

 

 

 

 

Tipps und vorbeugende Maßnahmen zur Erhaltung eines gesunden Scheidenmilieus

- Vermeiden Sie übertriebene Intimhygiene – tägliches Waschen mit warmem Wasser oder einer pH neutralen Intim-Waschlotion     reicht aus.

- Das Tragen von Unterwäsche aus natürlichen Materialien wird empfohlen.

- Achten Sie bei Geschlechtsverkehr auf die eigene Hygiene und die Ihres Partners.

- Benützen Sie in Schwimmbädern, Saunen oder Thermen ein Handtuch als Sitzunterlage und wechseln Sie öfter die Badebekleidung.

- Achten Sie bei der Menstruation auf Hygiene und wechseln Sie öfter die Tampons und Binden.

- Achten Sie bei der Analhygiene auf die richtige Wischtechnik (von vorne nach hinten wischen), damit keine Darmbakterien in die Scheide gelangen können.

Frauen, die immer wieder an einer bakteriellen Vaginose leiden, können vorbeugend zur Aufrechterhaltung eines normalen Scheidenmilieus pH-Wert senkende Präparate (z. B. Feminella® Vagi C®) oder Laktobazillen-Präparate verwenden, besonders während der Schwangerschaft, vor Sauna-, Bäder- und Thermenbesuchen, nach einer Antibiotikabehandlung und nach Geschlechtsverkehr.

 

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