Vaginale Trockenheit

 

 

 

Wie entsteht vaginale Trockenheit?
Die gesunde Scheide ist mit einem dicken, elastischen Gewebe, dem sogenannten Vaginalepithel, ausgekleidet. Die weiblichen Sexualhormone (Östrogene) sind für die regelmäßige Erneuerung und gute Durchblutung des Vaginalepithels verantwortlich. Sinkt der Östrogenspiegel wird dieser natürliche Mechanismus gestört. Es kommt zu einer verminderten Durchblutung und einem reduzierten Zellwachstum. In Folge wird das Scheidengewebe dünner, trockener, weniger elastisch und empfindlicher.

Vaginale Trockenheit kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben.

Körperliche Ursachen
Die häufigste Ursache für eine trockene Scheide liegt sicherlich im Hormonhaushalt der Frauen. In den Wechseljahren nimmt der Östrogenspiegel kontinuierlich ab und es kommt zu einer verminderten Durchblutung des Vaginalgewebes, die Haut wird dünner, das Gewebe weniger elastisch, die Zellteilung und -erneuerung des Scheidengewebes ist verringert. Die Verletzlichkeit der Haut steigt, es kann zu leichten Einrissen kommen und Infektionen können auftreten. Neben der allgemeinen Scheidentrockenheit, die sich durch Jucken und Brennen äußern kann, fehlt vor allem auch ausreichend Feuchtigkeit. Dies kann beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen führen. Ungefähr jede dritte Frau in den Wechseljahren ist von Scheidentrockenheit betroffen.
Veränderungen des Hormonhaushalts können aber auch in anderen Lebensabschnitten einer Frau auftreten: Während der Schwangerschaft und Stillzeit, aber auch nach gynäkologischen Eingriffen an Eierstöcken oder Gebärmutter kann es zu einer Veränderung im Hormonhaushalt und daraus zu vaginaler Trockenheit kommen.
Auch der Einsatz von hormonellen Verhütungsmethoden (z.B. Antibaby-Pille oder Hormonspirale) oder die Einnahme mancher Medikamente kann eine trockene Scheide hervorrufen.
Weitere körperliche Ursachen, die nicht hormonell bedingte vaginale Trockenheit hervorrufen können, sind Bluthochdruck, Diabetes, Multiple Sklerose und das Auftreten einer Endometriose.
Tabak- und Alkoholkonsum können ebenfalls zu einer trockenen Scheide führen: sowohl Nikotin als auch Alkohol beeinflussen die Blutgefäße, und dies kann sich negativ auf die Feuchtigkeit der Scheide auswirken.
Im Zuge einer Chemotherapie oder Strahlentherapie leiden ebenfalls viele Frauen an trockener  Scheide. Vor allem Chemotherapie, aber auch Hormon- oder Strahlenbehandlungen sind von zahlreichen Nebenwirkungen begleitet. Neben Symptomen wie Haarausfall und Erbrechen können sie auch zu hormonellen Veränderungen führen, welche zu Beschwerden führen, die jenen in den Wechseljahren gleichen: Hitzewallungen, Schlafstörungen und auch vaginale Trockenheit mit Jucken, Brennen und Schmerzen.

Psychische Ursachen
Psychosoziale Einflüsse wie Stress, Überarbeitung, Lebenskrisen, Partnerschaftsprobleme oder aber auch schwere Erkrankungen können das Lustempfinden beeinträchtigen und damit die sexuelle Erregbarkeit verringern: Der Körper ist nicht imstande, sich auf den Geschlechtsakt vorzubereiten, sodass die Scheide trocken bleibt.  Das „Feuchtwerden“ (Lubrikation) während der Erregungsphase bleibt aus  - Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bis hin zu kleinen Verletzungen der Scheideninnenwand aufgrund der fehlenden Lubrikation können die Folge sein.

Was sind die Symptome und Folgen einer trockenen Scheide?
Das Beschwerdebild der vaginalen Trockenheit umfasst das Gefühl einer trockenen Scheide verbunden mit  Juckreiz, Brennen, Druckgefühl  bis hin zu Entzündungen, leichten Blutungen und erhöhtem lokalen Infektionsrisiko. Auch die Harnwege können mitbetroffen sein. Es kann zu häufigem und schmerzhaftem Wasserlassen, einer Blasenentzündung, Blut im Urin und einer Harninkontinenz kommen.
Symptome wie Trockenheit, Brennen, Juckreiz sind aber nicht nur unangenehm, sondern führen auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bleibt die vaginale Trockenheit unbehandelt, können diese Beschwerden zu Lustlosigkeit und letztendlich zu einer generellen sexuellen Abwehrhaltung führen. Daraus resultierende Partnerschaftsprobleme können erneut Ursache für verringerte Erregbarkeit sein, womit sich der Kreislauf zwischen psychischem und körperlichem Einfluss schließt.

Was kann ich gegen vaginale Trockenheit tun?
Verzicht auf Tampons:  da Tampons neben Blut auch das Scheidensekret aufsaugen und so die Scheidentrockenheit verstärken können, sollte frau während der Menstruation auf den Einsatz von Tampons verzichten und Binden verwenden.

Verzicht auf Nikotin und Alkohol: Leiden Sie unter vaginaler Trockenheit und sind Raucherin bzw. trinken häufig Alkohol, kann der Verzicht dieser Genussmittel die Durchblutung der Scheide wieder verbessern und einen positiven Einfluss auf die vaginale Feuchtigkeit haben.

Verwendung von lokalen Präparaten (direkt in der Scheide):
Zur lokalen Behandlung einer trockenen Scheide stehen hormonhaltige und hormonfreie Präparate zur Verfügung (z.B. in Form von Zäpfchen oder Cremen).

Hormonhaltige Präparate:
Es können östrogenhaltige Produkte bei vaginaler Trockenheit, bedingt durch Östrogenmangel, verwendet werden.

Hormonfreie Präparate:
Insbesondere für Frauen, die keine hormonhaltigen Medikamente einnehmen dürfen (z.B. bei bei östrogenabhängigen Krebserkrankungen) oder nicht einnehmen wollen, sind diese eine gute Alternative. Sie sind symptomatisch wirksam und haben keinen Einfluss auf die Ursache der Beschwerden.
Hormonfreie Produkte enthalten Substanzen wie z.B.Hyaluronsäure und/oder andere feuchtigkeitsspendende, pflegende und geweberegenerierende Substanzen. Die Hyaluronsäure ist eine natürliche Substanz, die im menschlichen Gewebe vorkommt, stark wasserbindend wirkt und auf diese Weise den Feuchtigkeitsgehalt des Gewebes reguliert. Sie unterstützt die Regeneration des Vaginalepithels bei vaginaler Trockenheit und fördert die Wundheilung (z.B. Cikatridina®)
Steht fest, dass die vaginale Trockenheit nicht durch physische, sondern durch psychische Gründe hervorgerufen wird, sollten betroffene Frauen neben einer lokalen Therapie gegen die trockene Scheide auch entspannende Techniken gegen Stress und Nervosität wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung erlernen und anwenden. Sollte es sich um schwerwiegende Probleme handeln, kann man Hilfe bei einer Sexualberatung oder Psychotherapie suchen.

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