Verhütung

Durch den Einfluss von Hormonen kann es zu Nebenwirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, depressiven Verstimmungen, Libidoverlust, Akne, erhöhtem Risiko für Pilzinfektionen oder Gewichtszunahme kommen. Daher entscheiden sich viele Frauen bewusst gegen eine hormonelle Verhütungsmethode wie z.B. die Verhütung mit der Antibaby-Pille, der Hormonspirale, dem Vaginalring, dem Verhütungspflaster oder dem Hormonimplantat.

Aber nicht nur die hier genannten  Nebenwirkungen bewegen Frauen zu einem Umdenken hin zur hormonfreien Verhütung.

Raucherinnen, deren Thromboserisiko durch das Rauchen bereits erhöht ist, haben in Kombination mit einer hormonellen Verhütungsmethode ein massiv erhöhtes Thromboserisiko, auch Diabetikerinnen oder Frauen mit starkem Übergewicht weisen ein erhöhtes  Risiko für Gefäßkomplikationen auf.
Von hormonellen Langzeitverhütungen  (z.B.: Dreimonatsspritze) raten Experten bei  Diabetikerinnen sogar ab.
Durch die hohe Hormondosis könnten sich Blutzucker- und Blutfettwerte verschlechtern.
Auch das Risiko an Brustkrebs zu erkranken ist bei Frauen, die hormonell verhüten (v.a. bei Frauen, die erblich bedingt ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen)  erhöht.

Wie kann man hormonfrei verhüten?

Mechanische Verhütungsmethoden
Schon lange vor der Entwicklung der Hormonspirale wurden Spiralen (auch Intrauterinpessare (IUP) genannt) aus Kupfer zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Im Laufe der Jahre kam es zu einer Weiterentwicklung der klassischen Kupferspirale in Bezug auf Zusammensetzung, Form und Applikation (d.h. die Methode wie der Arzt die Spirale einsetzt).
Die gängigsten nichthormonellen  Spiralen, die heute zum Einsatz kommen, sind weiterhin
  • klassische Kupferspiralen
  • Kupferkettchen
  • Goldspirale

Sie alle werden in die Gebärmutter eingesetzt und sorgen dort für eine langjährige Empfängnisverhütung: sie schränken die Beweglichkeit der Spermien ein bzw. wirken spermizid (spermienabtötend) und verhindern so die Fertilisation (Befruchtung) bzw. Implantation (Einnisten einer Eizelle). Das Einsetzen in die Gebärmutter von IUPs erfolgt üblicherweise während der Regelblutung (am 2.-5. Zyklustag oder zur Zyklusmitte).

Die klassische Kupferspirale ist ein T-förmiger Kunststoffträger, um den ein feiner Kupferdraht gewickelt ist – die empfohlene Liegedauer in der Gebärmutter liegt zwischen 3 und 5 Jahren.

Das Kupferkettchen unterscheidet sich von einer Kupferspirale vor allem durch ihre Form und die Art wie es in der Gebärmutter fixiert wird. Im Gegensatz zur T-förmigen Spirale hat sie keine feste Form und muss am oberen Ende der Gebärmutter verankert werden. Sie bietet einen Verhütungsschutz bis zu 5 Jahren.

Die Gold T® Goldspirale (eine spezielle Art der Goldspirale) besteht ebenfalls  aus einem T-förmigen, gewebefreundlichen Kunststoffträger, um den ein feiner Kupferdraht gewickelt ist. Zusätzlich befindet sich aber im Inneren des Kupferdrahtes ein Goldkern. Als inertes Edelmetall ist Gold besonders beständig und schafft damit die besten Voraussetzungen für eine sichere Langzeitverhütung: der Goldkern schützt den Kupferdraht vor all zu ausgeprägter Korrosion und Brüchigkeit und verleiht der Spirale mehr Stabilität, das Kupfer sorgt für die empfängnisverhütende Wirkung.
Die Gold T® Goldspirale muss erst nach 5 Jahren wieder entfernt/gewechselt werden.
Für den Arzt bietet die Gold T® Goldspirale  den Vorteil eines innovativen Einführungssystems mit dem das Einsetzen in der Gebärmutter rasch und einfach zu handhaben ist.

Pearl Index:
  • kupferhaltige IUPs: 0,9-3,0
  • Goldspirale: 0,7

Kupferspiralen, Kupferkettchen und die Goldspirale bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.&lt&ltbr /&gt
Kondome zählen weiterhin zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Ein Kondom besteht aus  einem hauchdünnen Gummischlauch (latexhaltig oder latexfrei), das am oberen Ende ein Reservoir hat, das den Samenerguss auffängt und wird vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis gezogen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Spermien und andere Körperflüssigkeiten in die Vagina oder andere Körperöffnungen gelangen. Die kontrazeptive Sicherheit kann durch gleichzeitige Anwendung von Spermiziden oder bei Verwendung von Kondomen mit spermizider Gleitbeschichtung erhöht werden. In seltenen Fällen kann es zu einer Kontaktdermatitis kommen (bei latexhältigen Kondomen).
Pearl Index: 2-12
Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das vor sexuell übertragbaren Erkrankungen wie HIV, Syphilis, Gonorrhoe, Hepatitis B oder Chlamydien schützt.

Das Scheidendiaphragma ist eine elastische Gummikappe aus Latex oder Silikon mit einem verdickten Gummiring mit eingearbeiteter Metallfeder für einen stabilen Halt. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr so in die Scheide der Frau eingelegt, dass es den Muttermund vollständig verschließt – und bildet so eine mechanische Barriere, welche die Spermien daran hindert, in die Gebärmutter zu gelangen. Eine ausreichende empfängnisverhütende Wirkung wird nur erreicht, wenn gleichzeitig Spermizide (s.u.)  verwendet werden und das Diaphragma frühestens nach 6 bis 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr erst entfernt wird.

Pear Index: 1-20 (abhängig vom Alter der Frau und der Erfahrung im Umgang mit einem Diaphragma)

Ein Scheidendiaphragma bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Die Portiokappe ist eine Plastik- oder Gummikappe, die ebenfalls über den Muttermund gestülpt wird und somit das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter verhindert. Auch die Portiokappe wird vor dem Geschlechtsverkehr eingelegt, mindestens eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr, um sicher zu gehen, dass sich die Kappe über den Muttermund gut festgesaugt hat. Die Portiokappe muss vor dem Einsetzen mit einem Spermizid bestrichen werden.
Pearl Index: 6

Eine Portiokappe bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Chemische Verhütungsmethoden
Spermizide sind Substanzen, die Spermien chemisch inaktivieren und abtöten können. Sie sind in  Form von Cremen, Gels, Scheidenzäpfchen u.a. erhältlich. Als alleiniges Kontrazeptivum (Anwendung 10-30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr; Wirksamkeit  eine Stunde) bieten Spermizide eine geringe kontrazeptive Sicherheit. In Kombination mit anderen Methoden (Diaphragma, Portiokappe, Kondom) erhöht es deren Sicherheit.
Pear Index: 3-21

Spermizide besitzen eine gewisse keimabtötende Wirkung, ein ausreichender Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist aber nicht gegeben

Natürliche Verhütungsmethoden
Die natürlichen Methoden zur Empfängnisverhütung beruhen darauf, dass man die während des weiblichen Zyklus auftretenden Veränderungen beobachtet und wahrnimmt, so können fruchtbare und nicht fruchtbare Tage erkannt werden.
Zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählen die
  • Temperaturmethode
  • symptothermale Methode
  • der Verhütungscomputer mit Hormonmessung

Bei der Temperaturmethode werden durch Messung der Körpertemperatur (in der Früh nach dem Aufwachen) die fruchtbaren Tage ermittelt: Die basale Körpertemperatur ist einer vom Menstruationszyklus abhängigen periodischen Schwankung unterworfen:  Während der ersten Zyklushälfte liegt die Temperatur relativ niedrig (ca.36,5 - 36,8°C ) und steigt kurz nach dem Eisprung messbar an (der Eisprung erfolgt ca. 48h VOR dem Temperaturanstieg). Vom 3. Tag nach dem Temperaturanstieg bis zur nächsten Menstruation ist nicht mit einer Empfängnis zu rechnen.
Pear Index: 0,8 (in der Zeit vom 3. Tag nach dem Temperaturanstieg bis zur nächsten Menstruation)

Bei der symptothermale Methode wird zusätzlich zur basalen Körpertemperatur auch die Veränderung des Zervixschleims untersucht und bewertet.  Im Laufe des Menstruationszyklus ist der Zervixschleim zunächst milchig trüb und wird in den darauffolgenden Tagen immer klarer. Der Schleim während der fruchtbaren Tage ist klar, durchsichtig, flüssig und meist in größeren Mengen vorhanden.  Nach Verschwinden des flüssigen Zervixschleims (= nach dem Eisprung) müssen noch die drei höheren Temperaturwerte abgewartet werden, bevor die sicher unfruchtbare Phase erreicht ist.
Pearl Index: 0,3

Verhütungscomputer (Zyklus-Computer) werden von mehreren Anbietern in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen angeboten.  Temperaturcomputer speichern und interpretieren die Temperaturaufzeichnungen als Temperaturkurven. Mit andere Geräten kann man zusätzlich die Schleimbeschaffenheit und oder bestimmte Hormonwerte im Harn untersuchen, die Aufschluss über die Fruchtbarkeit geben können.  Der Pearl Index bei Temperaturcomputern beträgt ca. 2, bei Geräten, die den Hormonstatus im Urin messen ca. 6.

Natürliche Verhütungsmethoden bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Operative Verhütungsmethoden
Eine Sterilisation führt zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit. Zur Verhütung eignet sie sich deshalb erst  nach reiflicher Überlegung, wenn man sicher ist, dass die Familienplanung abgeschlossen ist.
Bei der Frau ist für die Sterilisation (Tubensterilisation) eine Vollnarkose erforderlich. Die Eileiter werden in einem chirurgischen Eingriff über die Bauchdecke entweder elektrisch verödet oder mit einem Clip verschlossen.
Beim Mann ist eine Sterilisation (Vasektomie) einfacher als bei der Frau. Unter örtlicher Betäubung werden die Samenleiter durchtrennt. Da sich bis zu 6 Monaten nach dem Eingriff noch funktionsfähige Spermien im Samenguss befinden können, muss in dem halben Jahr nach dem Eingriff eine andere zusätzliche Verhütungsmethode eingesetzt werden.

Operative Verhütungsmethoden bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Quelle für die Angaben der kontrazeptiven Sicherheit: Auszug aus Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Empfängnisverhütung. AWMF-Leitlinienregister Nr. 015/015

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