Orale Mukositis

Orale Mukositis sind Entzündungen in der Mundhöhle.
Sie sind schmerzhaft, führen zu einer starken Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme und können die Lebensqualität der Patienten reduzieren.
Maßnahmen zur Prophylaxe und Behandlung von Entzündungen im Mund haben daher eine große Bedeutung im Rahmen der Begleittherapie einer Krebserkrankung.

Wie kommt  es zu einer oralen Mukositis im Rahmen einer Chemotherapie?
Im Rahmen der Chemotherapie hängt die Entwicklung einer Mukositis unter anderem von der Art der verwendeten Chemotherapeutika, deren Dosis und der gewählten Art der Verabreichung ab.
Der Entstehung selbst liegt ein komplexer Mechanismus zugrunde. Wurde früher die direkte zellschädigende Wirkung an der Schleimhaut verantwortlich gemacht, geht man heute davon aus, dass die Schädigung bereits auf der Gefäß-Bindegefäßebene über die Freisetzung bestimmter Botenstoffe, den Zytokinen stattfindet. Moderne Therapeutika ermöglichen es, das Gleichgewicht der verschiedenen Zytokine positiv zu beeinflussen und so die Entzündungen effektiv zu bekämpfen.

Der Grad der Mukositis ist sowohl von therapiespezifischen als auch von Tumor- und Patientenfaktoren beeinflusst.
Besonders ausgeprägt ist die Mukositis bei Patienten nach Knochenmarktransplantationen oder nach Strahlentherapie und/oder Chemotherapie im Kopf-Hals Bereich. Eine orale Mukositis tritt oft bereits eine Woche nach Beginn der Chemotherapie und vier bis fünf Wochen nach Beginn einer Strahlentherapie auf.
Werden die Symptome nicht rasch behandelt, so kann es schnell zu einer Verschlimmerung kommen.

Folgen einer Mukositis
Mukositis kann man in 4 Schweregrade einteilen, wobei das Schmerzempfinden bei Grad 1 nur gelegentlich und gering ist, bei Grad 3 und 4 dauerhaft und stark bzw. unbeeinflussbar und sehr quälend.
Funktionsstörungen und nachfolgenden Komplikationen wie Mangelernährung, Flüssigkeits- und Elektrolytverlust können auftreten. Durch die gestörte Schutzfunktion der Mundschleimhaut haben Patienten zusätzlich ein erhöhtes Risiko für Infektionen, die dann den ganzen Organismus betreffen und schwere Folgen haben können.
Die Mukositis beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten und deren Bereitschaft, die Therapie fortzusetzen erheblich und kann durch Therapiepausen, Dosisanpassungen oder Therapieabbrüche das eigentliche Ziel der Krebstherapie, nämlich den Tumor zu bekämpfen, gefährden.

Richtlinien zur Vorbeugung und Behandlung

Basispflege:
Um die Gesundheit der Mundschleimhaut und ihre Schutzfunktion zu erhalten, wird Mundpflege generell empfohlen.

Therapeutische Zielsetzungen sind dabei:
  • eine Kontrolle der bakteriellen Flora im Mundbereich,
  • eine Reduktion der Krebstherapie bezogenen Symptome wie Schmerz und Blutungen,
  • die Vorbeugung von Gewebeinfektionen, die den ganzen Organismus betreffen und schwere Folgen haben können,
  • die Reduktion von zahnbezogenen Komplikationen einschließlich Karies und Zahnfleischentzündung.

Eine gute Mundpflege ist daher eine wichtige Basismaßnahme in der Betreuung von onkologischen Patienten.

Schmerzbehandlung:
Für die Schmerzbehandlung stehen unter anderem lokal aufzubringende Medikamente wie etwa Spüllösungen zur Verfügung. Benzydamin wird lokal angewendet (als Spüllösung), wirkt antientzündlich und verfügt auch über schmerzstillende, lokalanästhetische und antimikrobielle Eigenschaften. Klinische Studien belegen den positiven Einfluss auf eine Verringerung von Entzündung und Schmerzen bei Mukositis, ausgelöst durch eine Strahlentherapie.

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